Einbrüche vermindern oder ganz verhindern

FenstersicherungAlle drei Minuten findet in Deutschland ein Einbruch statt und die Zahl der Einbrüche steigt kontinuierlich. Die Polizei erfasste 2014 mehr als 152.000 Einbrüche – doch da die Menschen immer mehr ihre Wohnungen und Häuser sichern, bleibt es bei 40 % bei einem Versuch.

Vor allem vormittags und während der Dämmerung zieht es die ungeladenen Gäste an – genau dann, wenn niemand zu Hause ist. Ein Einbrecher sucht sich stets den einfachsten und damit schnellsten Weg in das Haus bzw. die Wohnung zu gelangen. Dabei handelt es sich vor allem um gekippte Fenster und Balkon- und Terrassentüren, die ohne Aufwand erreichbar sind – beispielsweise im Parterre, der ersten Etage oder auf der Hausrückseite, die zum Garten zeigt. Doch selbst die oberste Etage in einem Mehrfamilienhaus ist nicht vor Einbrechern sicher, denn dort herrscht nicht so viel Publikumsverkehr als auf den anderen Etagen und so kann der Einbrecher doch sehr ungestört ans Werk gehen.

Den Einbrechern die Beute vermiesen

Bereits an der Grundstückgrenze beginnt der Einbruchsschutz!

Die Sicherheit der eigenen vier Wände startet nicht erst bei den Fenstern und den Türen, sondern bereits an der Grundstücksgrenze. Denn hier kann der Einbrecher bereits erkennen, ob er ein leichtes Spiel hat. Also gilt es zuerst einmal folgende Checkliste abzuarbeiten, die erkennen lässt, ob das Grundstück den Einbrecher praktisch einlädt oder ob dieser bereits an der Grundstücksgrenze entsprechend abgeschreckt wird.

  • Zaun und Mauer – bieten sie eine Kletterhilfe?
  • Sind Mauer oder Zaun an der Oberkante gesichert?
  • Ist die Garten- und/oder Hoftür mit einem Sicherheitsschloss versehen? Ist diese gegen Aushebeln gesichert und hoch genug montiert, damit keine Auflagefläche für ein Hebelwerkzeug vorhanden ist?
  • Gibt es eine Gegensprechanlage?
  • Gibt es eine Sichtverbindung zu den Besuchern, die an der Garten- oder Hoftür klingeln?
  • Lässt sich das Außenlicht nur von innen ausschaltbar?
  • Sind die Zuleitungen für die Außenbeleuchtung schwer zugänglich?
  • Sind die Eingänge zum Haus alle beleuchtet?
  • Sind die Steckdosen im Außenbereich von innen abschaltbar?
  • Gibt es eventuelle Kletterhilfen, wie Tonnen, Leitern oder anderes? – Wenn ja sind diese weggeschlossen oder angekettet?

Ein Haus muss nicht zu 100 % sicher sein …

… aber sicherer als das des Nachbarn! Das ist zwar etwas makaber, aber dennoch gibt es hier einen wahren Kern. Denn ein Einbrecher wird stets den Weg des geringsten Widerstands wählen und dort einbrechen, wo er sich eingeladen fühlt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der lässt sich persönlich von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle kostenlos beraten lassen.

Der wichtigste Baustein beim Einbruchsschutz

Die solide mechanische Grundsicherung bildet die Basis und den wichtigsten Baustein, wenn es um den Einbruchsschutz geht. Es ist möglich, seine eigenen vier Wände in eine Trutzburg zu verwandeln, sodass es dem Täter nicht gelingt, diese im Sturm zu erobern. Zu diesen verschiedenen Vorkehrungen gehören:

  • Moderne Sicherheitstüren
  • Abschließbare Fenstergriffe
  • Querriegelschlösser
  • Rollläden
  • Sichere Schließzylinder
  • Aushebelsperren
  • Gitter

Türen und Fenster: die Schwachstellen am Haus / der Wohnung

Von vornherein sollte jeder, der neu baut oder renoviert/saniert, einer geprüften und zertifizierten einbruchshemmenden Eingangstür nach DIN EN 1627 (Widerstandsklasse RC 2) den Vorzug geben. Dabei sollte sichergestellt werden, dass es in der gesamten Konstruktion von Türblatt, Schloss, Zarge und Beschlag keinen Schwachpunkt gibt. Ist es nicht möglich eine solche Sicherheitstür einzubauen, dann kann auch nachgerüstet werden. Hier ist allerdings die Voraussetzung, dass die Grundkonstruktion widerstandsfähig ist. Des Weiteren muss auch die Nachrüstung für die Türrahmen, – Schlösser, -blätter, Beschläge und Schließbleche sowie den Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung vollkommen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. Empfehlenswert ist es, in einem solchen Fall den Rat von einem Fachmann einzuholen.

Auch die Nebeneingangstüren können sehr wirkungsvoll gesichert werden. Beispielsweise mit:

  • Massiven Schubriegeln
  • Starken Vorlegestangen aus Holz oder Profistahl
  • Querriegelschloss

Selbst bei den Fenstern und Fensterbeschlägen sollte der Hausherr darauf achten, dass einbruchshemmende Fenster und Fenstertüren nach DIN EN 1627 (Widerstandsklase RC 2) verbaut werden. Zudem sind abschließbare Fenstergriffe sinnvoll.

Kellerschächte müssen ebenfalls gesichert werden. Hier ist eine feste Abdeckung notwendig. Ist ein Kellerschacht leicht zugänglich, dann kann der Einbrecher dort ganz in Ruhe sein Werk verrichtet und das vor allem vollkommen unbeobachtet. Bei Neubauten sollten betonierte Kellerlichtschächte eingeplant werden, da diese sehr gut mechanisch zu sichern sind. Grundsätzlich sind Rollenrostsicherungen eine gute Sicherungsart oder auch Elemente aus stahlarmierten Glasbetonsteinen. Wenn dieses nicht infrage kommt, dann sollten die Gitterroste zumindest mit einer speziellen Hebesicherung gesichert werden und das am besten an allen vier Ecken.

Mit elektronischen Hilfsmitteln den mechanischen Grundschutz ergänzen

Helle Scheinwerfer im Garten oder Eingangsbereich, die an einen Bewegungsmelder gekoppelt sind, sind simpel aber sehr effektiv. Denn der Täter erschrickt sich, wenn diese unerwartet anspringen, und zieht sich im besten Fall zurück – denn die Gefahr entdeckt zu werden ist dadurch gestiegen.

Bewegungsmelder können aber auch der Bestandteil einer intelligenten, vernetzten Haussteuerung sein. Die Smarthome-Systeme bieten die verschiedensten Möglichkeiten zur Einbruchsprävention. Eine zentrale Steuerungs- und Kommunikationseinheit arbeitet in einem „intelligenten Haus“ und verbindet dabei die verschiedensten Sender und Sensoren, die im Haus verteilt sind. Damit können beispielsweise, die Bewegungsmelder überwacht werden oder aber sämtliche Zugänge mit Hilfe von Tür- und Fenstersensoren.

Top sind die Alarmanlagen

Das Feld der Überfall- bzw. Einbruchmeldeanlagen ist groß und deren Aufgabe ist es, den Eindringling sicher zu erkennen und ihn dann zu verraten. Dieses geschieht entweder durch Sirenen, die ordentlich laut Alarm schlagen oder aber aber durch einen sogenannten stillen Alarm, der bei einem Wach- oder Sicherheitsunternehmen aufläuft oder sogar direkt bei der Polizei. Für die Planung und Installation eines solchen Systems sollte jedoch ein Fachmann konsultiert werden.

Achtung: Unvorsichtigkeit heißt, den Versicherungsschutz zu gefährden

Erreicht der Einbrecher dann doch sein Ziel, dann sollte der Geschädigte sofort die Versicherung informieren. Den durch die Hausratversicherung werden grundsätzlich die Wiederbeschaffungskosten für die gestohlenen oder beschädigten Gegenstände erstattet. Ebenso kommt die Versicherung auch für Reparaturen auf, beispielsweise von aufgebrochenen Türen oder Fenstern.

Aber Vorsicht, denn wenn man allzu leichtfertig mit der Sicherung seiner eigenen vier Wände umgeht, dann riskiert man Abzüge bei der Erstattung. Sollte dem Versicherungsnehmer ein Mitverschulden an dem Einbruch nachgewiesen werden können, dann reduziert sich die Erstattung entsprechend dem Grad der eigenen Unvorsichtigkeit. Dabei gibt es jedoch keinerlei Richtwerte! Hier entscheidet der Einzelfall!

Nach Ansicht der Gerichte wiegen gekippte Fenster oder Türen besonders schwer bei dem mitverschulden, wenn der Täter durch diese eingedrungen ist. Selbst wenn das Türschloss über keine Verblendung verfügt, der Zylinder zu weit hervorsteht oder nur zwei der vier montierten Schlösser verriegel waren, muss ein Abzug der Versicherungsleistung befürchtet werden. Wenn Sicherungsmaßnahmen vorhanden sind, dann muss der Versicherte diese auch vollständig nutzen! Aber es könnte ihm sogar umgekehrt zur Last gelegt werden, dass er nicht alle notwendigen bzw. möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat.