Als Anleger von dem Geschäft mit dem Schutz profitieren

Die Sicherheitsunternehmen können sich nicht beklagen, denn ihnen bescheren Einbrüche, Terrorangriffe und Cyberattacken volle Auftragsbücher. Auch an der Börse entwickelt sich das Geschäft mit dem Schutz eminent.

Sicherheit kostet Geld

Es mag zynisch klingen, wenn man an die toten und Verletzten beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin denkt oder den in London, nähe des Londoner Parlaments. Aber dennoch, die Diskussion um die Verantwortung des Staates und der Steuerzahlen war bereits zuvor im vollen Gang. Kurz vor dem Anschlag in Berlin erklärte der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach, dass man über eine bessere personelle Ausstattung der Polizei nachdenken muss. Von ihm wurde kritisiert, dass in einigen Bundesländern sogar Stellen bei der Polizei abgebaut wurden.

Und es ist tatsächlich an dem, dass einige Bundesländer die Zahl ihrer Sicherheitskräfte reduziert haben – andere hingegen haben aufgestockt. Unter Strich gab es 2015 bundesweit nicht weniger Polizisten als in 2015. Aber mehr Personal wird nicht ausreichen, denn oftmals ist es nicht möglich mutmaßliche Attentäter zu identifizieren, da Filmaufnahmen fehlen und zudem die Zeugenaussagen nicht genau sind. Bereits vor dem Attentat in Berlin wurde von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gefordert, dass die Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen bzw. Raum ausgeweitet werden muss. Bereits Ende 2016 wurden in Deutschland Hunderttausende von Kameras auf Plätzen, Bahnhöfen und Einkaufscentern installiert, um diese Räume zu kontrollieren und überwachen.

Allerdings sind die freiheitsliebenden Menschen beunruhigt und von den Experten wird angezweifelt, ob es möglich ist, allein mit Kameras Terroranschläge und Kriminalität zu verhindern. Allerdings werden solche Bedenken den Ausbau der Sicherheitstechnik nicht aufhalten. Denn der Wunsch, Bedrohungen besser kontrollieren zu können oder diese zumindest einzudämmen, ist viel zu groß. Bis 2020 soll der Markt für Sicherheitstechnik in Westeuropa laut einer Studie der Hamburger Weltwirtschaft Instituts von 85 (Stand 2016) auf 146 Milliarden Dollar anwachsen.

Ängste treiben den Boom an

Der Boom wird auch durch die diffusen Ängste angetrieben. So haben sich die Verkaufszahlen von Reizgas und Schreckschuss-Pistolen nach den Straftaten am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht 2014/15 deutlich erhöht. Die Angst vor Gewalt breitet sich aus: So ergab eine Umfrage, dass 74 % der deutschen Terroranschläge fürchten und 82 % eine Zunahme an Kriminalität.

Das die Bürger Angst haben, das ist verständlich. Doch durch eine Schockstarre werden die Sicherheitslücken nicht geschlossen. Eben aus diesem Grund sind Investitionen notwendig, damit die Infrastruktur den neuen Bedrohungen angepasst werden kann. Eben dieses Geld wird in die Produkte innovativer Unternehmen fließen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Aktien der Sicherheitsindustrie an der Börse hochgehandelt werden. Der SGI Global Security Index legte in zwei Jahren um 27 % zu (Stand Dez. 2016). Zum Vergleich: Der Industrieländer-Aktienindex MSCI Welt stieg in dem gleichen Zeitraum nur um 2 %!

Managed Fonds und Indexfonds anstelle von Aktien

Die Anleger die einzelne Titel als zu riskant ansehen, können über CMC Markets auch über aktiv gemanagte Fonds oder Indexfonds in den Bereich Sicherheit investieren. Der Vorteil ist, dass viele der innovativen Sicherheitsunternehmen so klein sind, dass jede Nachricht – positiv oder negativ – deren Aktienkurs sehr stark zum schwanken bringt. Solche Ausreißer lassen sich in einem Fonds-Portfolio, in dem Dutzende von Aktien enthalten sind besser abfedern.

Geht es um die Auswahl der richtigen Aktien aus der Sicherheitsbranche müssen zwei Kriterien beachtet werden: der politische Einfluss und der technologische Vorsprung. Von der Politik werden viele Gesetze geschaffen – wie bspw. der Ausbau der Videoüberwachung in Deutschland – und eben das sorgt für ein zusätzliches Geschäft. Aber die Politik kann der Branche auch schaden. Ein Beispiel ist den USA zu finden. Dort wurde von der US-Regierung im August 2016 entschieden, dass auf private Bundesgefängnisse verzichtet wird, worauf die Kurse der beiden Knastbetreiber GEO Group und Corrections Corporation einbrachen. Die Geo Group hatte jedoch vorsorglich vor der Wahl schon einmal 100.000 Euro für die Kampagne von Trump gespendet.

Schlösser um Einbrecher abzuhalten

Die Hersteller der privaten Sicherheitstechnik für die Eigenheime sind von der Politik jedoch fast unberührt. Die Deutschen gaben laut Stand Dez. 2016 pro Jahr 3,7 Milliarden Euro für ihre Sicherheit aus. Das dürfte mehr werden, denn viele Wohnungs- und Eigenheimbesitzer sind durch die Einbrüche aufgeschreckt. 2015 gab es 160.000 Einbrüche in Deutschland und 2010 waren es nur 120.000. Davon profitiert das schwedische Unternehmen Assa Abloy, das Schlösser und Schließanlagen herstellt. Die Schweden gerieten allerdings nach langer Kursrallye unter Druck, da die chinesische Wirtschaft lahmt. Von den Anlegern wird befürchtet, dass im Reich der Mitte, weniger Immobilien gebaut werden – Umsatzanteil in 2015 9,5 %. Allerdings ist die China-Angst wieder ein wenig abgeflaut.

Zwar geschehen Terroranschläge weniger als Einbrüche, aber verursachen dafür höhere Schäden: so sollen diese 2014 weltweit 53 Milliarden Dollar betragen haben. Damit die Kosten eingedämmt werden, wird von den Staaten versucht, die Gewalttäter abzuschrecken. An dieser stellt, setzt das US-Unternehmen OSI System mit seinen Geräten zur elektronischen Personen- und Gepäckkontrolle an. Zuletzt übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Anleger und profitiert davon, wenn mehr Fluggäste befördert werden.